MIA MIA
Ich hatte mir frei genommen. Mich frei gemacht für einen ganzen Tag mit ihr. Gestern. Auf wiedersehen Wiedersehen. Kommt schneller als man geht. Also blieb ich allein. Mit mir. Sind auch zwei. Eine SMS lockte mich früh aus meinen Träumen. Der beste Freund wollte wissen, warum ich die Sonne mitgenommen habe. Er hätte doch so lecker gekocht am Vorabend.
Hat er? Er hat.
Ich schlurfte zum Kühlschrank. Sommermorgenrezept: Kalter Kaffee mit kalter Milch. Sofa. Tagesplan? Ausmisten. Loslassen war das geflügelte Wort. Meine Wohnung schrie mich stumm an. Wollte nicht allein gelassen werden. So wie ich. Meine Blicke durchstreiften den Raum. Fragte mich, womit ich zuerst beginnen würde. Wollte. Sollte. Es lag da, am weißen Regal, unscheinbar, seit Monaten zwischen 'Kurzurlaub - 3 Nächte für 2, für gestohlene Minuten, die in der Seele schmerzen und nach dem Diplom zurückgeholt werden sollten. Zwischen 'Papa - Du bist bärenstark', ner älteren Mens Health, einem Fotobuch und meiner Kampfkunstbibel. Irgendwie hatte es das kleine weiße Buch geschafft, sich auf dem Stapel ganz nach oben zu mogeln. Es schien, es wolle es mir sagen, dass nach all dem Warten der Tag gekommen sei, endlich gelesen zu werden. Auf das Buch wurde ich über Twitter.com aufmerksam. 'Erdbeerflecken' von Mia Bernstein. Ihr Sprachwitz in 140 Zeichen gefiel mir. Ich mag Wortspielereien. Sie macht eine Kunst draus. Bestellt. Gekauft. Die anderen Bücher rutschten zur Seite, als ich es herauszog. Gedankenscrabble nennt sie es. Das Buch ist klein, der Umschlag erfühlt sich weich, die Zeilen luftig, die Geschichten abgetrennt durch kleine feine Illustrationen von Michaela von Aichberger.
Rotgrünschwarz.
Ich verkrieche mich wieder auf dem Sofa. Ecke mit der Ecke an. Beginne zu lesen. Sitze auf dem Balkon. BOMMÖ gewährt mir rot-braun knarrenden Halt. Der Wind weht Wolkenfetzen über mich hinweg. 25 Grad. Klare kühle Luft. Liege im Bett, zwischen all den Kissen. Lieblingsplatz. Der Teddy meines Kindes und ein kleiner weißer Eisbär schauen mir über die Schulter. Hocke auf dem Badewannenrand. Neben mir. Handtuch grau. Der alte silberne Spiegel schaut mich an. Jede Geschichte hat ihren Platz. Für mich. Lache. Leide. Träume. Rätsle. Denke. Viele der kurzen Sätze wollen 'be-dacht' werden. Vielleicht stehe ich vollkommen daneben: Mir jedenfalls gestatten die Zeilen tiefste Einblicke in Gedanken und Gefühle der Autorin. Selbst. Sehnsucht ganz groß. Mit Worten, die mein ganzes Ich berühren. Werde das Gefühl nicht los.
Wunderbar.
Ich lese das Buch zu Ende. 14 Geschichten. Lege es zur Seite, um es gleich wieder aufzuschlagen und 'nach-zulesen'. Ob ich wirklich alles erfasst hatte oder mir wichtige Nuancen entgangen waren.
Meine Lieblingsgeschichte? Es sind zwei. Regenschirm und Schuldig. Warum? Fragt mich nicht. Lest das Buch. Findet Euch wieder. Geschichten, die tief hinein in die Seele krabbeln und den kürzesten Weg zum Herz finden. Dort allerdings nicht lange verweilen, der Weg zum Kopf ... manchmal hatte ich wirklich den Eindruck, direkt in ihrem Kopf zu sitzen.
'Gedruckt wird aber nicht gelesen, wen sollte das Buch interessieren?'
Mich. Mia Bernstein. Mich!
Ausgemistet habe ich nicht mehr an diesem Tag. Gestern.
Doch. Mich. In mir. Hoffe so noch einige Erdbeerflecken zu finden.
Hat er? Er hat.
Ich schlurfte zum Kühlschrank. Sommermorgenrezept: Kalter Kaffee mit kalter Milch. Sofa. Tagesplan? Ausmisten. Loslassen war das geflügelte Wort. Meine Wohnung schrie mich stumm an. Wollte nicht allein gelassen werden. So wie ich. Meine Blicke durchstreiften den Raum. Fragte mich, womit ich zuerst beginnen würde. Wollte. Sollte. Es lag da, am weißen Regal, unscheinbar, seit Monaten zwischen 'Kurzurlaub - 3 Nächte für 2, für gestohlene Minuten, die in der Seele schmerzen und nach dem Diplom zurückgeholt werden sollten. Zwischen 'Papa - Du bist bärenstark', ner älteren Mens Health, einem Fotobuch und meiner Kampfkunstbibel. Irgendwie hatte es das kleine weiße Buch geschafft, sich auf dem Stapel ganz nach oben zu mogeln. Es schien, es wolle es mir sagen, dass nach all dem Warten der Tag gekommen sei, endlich gelesen zu werden. Auf das Buch wurde ich über Twitter.com aufmerksam. 'Erdbeerflecken' von Mia Bernstein. Ihr Sprachwitz in 140 Zeichen gefiel mir. Ich mag Wortspielereien. Sie macht eine Kunst draus. Bestellt. Gekauft. Die anderen Bücher rutschten zur Seite, als ich es herauszog. Gedankenscrabble nennt sie es. Das Buch ist klein, der Umschlag erfühlt sich weich, die Zeilen luftig, die Geschichten abgetrennt durch kleine feine Illustrationen von Michaela von Aichberger.
Rotgrünschwarz.
Ich verkrieche mich wieder auf dem Sofa. Ecke mit der Ecke an. Beginne zu lesen. Sitze auf dem Balkon. BOMMÖ gewährt mir rot-braun knarrenden Halt. Der Wind weht Wolkenfetzen über mich hinweg. 25 Grad. Klare kühle Luft. Liege im Bett, zwischen all den Kissen. Lieblingsplatz. Der Teddy meines Kindes und ein kleiner weißer Eisbär schauen mir über die Schulter. Hocke auf dem Badewannenrand. Neben mir. Handtuch grau. Der alte silberne Spiegel schaut mich an. Jede Geschichte hat ihren Platz. Für mich. Lache. Leide. Träume. Rätsle. Denke. Viele der kurzen Sätze wollen 'be-dacht' werden. Vielleicht stehe ich vollkommen daneben: Mir jedenfalls gestatten die Zeilen tiefste Einblicke in Gedanken und Gefühle der Autorin. Selbst. Sehnsucht ganz groß. Mit Worten, die mein ganzes Ich berühren. Werde das Gefühl nicht los.
Wunderbar.
Ich lese das Buch zu Ende. 14 Geschichten. Lege es zur Seite, um es gleich wieder aufzuschlagen und 'nach-zulesen'. Ob ich wirklich alles erfasst hatte oder mir wichtige Nuancen entgangen waren.
Meine Lieblingsgeschichte? Es sind zwei. Regenschirm und Schuldig. Warum? Fragt mich nicht. Lest das Buch. Findet Euch wieder. Geschichten, die tief hinein in die Seele krabbeln und den kürzesten Weg zum Herz finden. Dort allerdings nicht lange verweilen, der Weg zum Kopf ... manchmal hatte ich wirklich den Eindruck, direkt in ihrem Kopf zu sitzen.
'Gedruckt wird aber nicht gelesen, wen sollte das Buch interessieren?'
Mich. Mia Bernstein. Mich!
Ausgemistet habe ich nicht mehr an diesem Tag. Gestern.
Doch. Mich. In mir. Hoffe so noch einige Erdbeerflecken zu finden.
mariox - 16. Jul, 12:15
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